Studie
Hähnchenfleisch-Esser tun Gutes für Gesundheit und Klimaschutz
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In der Studie „PNAS Multiple health and environmental impacts of food“ untersuchten Wissenschaftler der Oxford University, der University of Minnesota und der University of California, wie sich der Verzehr einer zusätzlichen Portion eines bestimmten Lebensmittels pro Tag auf die Gesundheit des Menschen und gleichzeitig auf die Umwelt auswirkt – und wie Umwelt- und gesundheitliche Effekte miteinander korrelieren.
Dazu nahmen sie 15 verschiedene Lebensmittel bzw. Lebensmitteltypen unter die Lupe: Hähnchen, Milchprodukte, Eier, Fisch, Obst, Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse, Olivenöl, Kartoffeln, verarbeitetes und unverarbeitetes Rotfleisch, raffiniertes Getreide und Vollkorngetreide, und mit Zucker gesüßte Getränke. Sie betrachteten, wie der Konsum dieser Lebensmittel sich jeweils auf die Wahrscheinlichkeit des Eintritts fünf ausgewählter Gesundheitsrisiken (koronare Herzerkrankungen, Darmkrebs, Diabetes, Schlaganfälle, Sterblichkeit insgesamt) und auf fünf Aspekte von Umweltbelastung auswirkt (hoher Wasserverbrauch, Versauerung, überhöhter Nährstoffeintrag in Gewässern, Landnutzung, Treibhausgas-Ausstoß).
Dabei weisen sie darauf hin, dass diese Untersuchung nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Auswirkungen von Ernährung auf Gesundheit und Umwelt abbilden kann und hier speziell westlich geprägte Ernährungsweisen im Fokus standen.
Dennoch liefert die Studie interessante Erkenntnisse:
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Aspekt:
Lebensmittel, die das Risiko für eine der fünf betrachteten Gesundheitsrisiken senken, tun dies in der Regel auch für die anderen vier.
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Aspekt:
Verursacht eines der betrachteten Lebensmittel in der Produktion relativ geringe Umweltschäden im Hinblick auf eines der betrachteten Umweltrisiken, so halten sich die schädlichen Effekte in der Regel auch bei den anderen vier Umweltrisiken in Grenzen.
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Aspekt:
Essen, das die Mortalität senkt, also als „gesund“ eingestuft wird, hat in der Produktion auch tendenziell geringe schädliche Umweltauswirkungen: Das gilt vor allem bei für Getreide, Früchte, Nüsse und Olivenöl – und generell für gering verarbeitete Lebensmittel.
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Aspekt:
Umgekehrt verursachen Lebensmittel, die die Sterblichkeit erhöhen, aber nicht automatisch große Umweltschäden. Ein Beispiel dafür sind mit Zucker gesüßte Getränke, die der Studie zufolge die Gesundheit negativ beeinflussen, in der Produktion aber mit die niedrigsten Umweltschäden aller betrachteten Lebensmittelkategorien verursachen.
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Aspekt:
Die Produktion von Hähnchenfleisch liegt beim Umweltimpact im Mittelfeld, während sein verstärkter Verzehr – zumindest im Rahmen dieser Studie – keinen „signifikanten“ Einfluss auf die betrachteten gesundheitlichen Auswirkungen brachte.
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Aspekt:
Die Studie sieht Hähnchen und Fisch bei Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen ungefähr gleichauf (s. Grafik). Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass insbesondere bei Fisch die Umwelteffekte in Abhängigkeit der Produktions- bzw. Fangweise (Schleppnetzfischerei, Aquakultur etc.) stark variieren.
Fazit
Was schließen die Forscher aus ihren Ergebnissen?