Putenhaltung

Putenmästerin zu geplanten gesetzlichen Haltungsvorgaben: "Dann müssen wir unsere Tore schließen!"

von Clemens Dalchau | Lesezeit: 4 min.

Das Eckpunktepapier des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) zu der geplanten Aufnahme von Puten-Haltungsstandards in die Nutztierhaltungsverordnung hat die Betriebe aufgeschreckt. Denn die "neue" Puten-Nutztierhaltungsverordnung geht zulasten des Tierwohls und gefährden die Existenz hunderter heimischer Betriebe.

Bettina Gräfin von Spee hat vor vielen Jahren ihren Betrieb auf die "Bundeseinheitlichen Eckwerte" umgestellt. Das war aufwändig, aber es hat sich gelohnt - für Mensch und Tier. Im Video berichtet sie, warum noch höhere Standards auch für ihren Betrieb früher oder später das Aus bedeuten würden.

Hintergrund: Offiziell soll es lediglich eine "Diskussionsgrundlage" sein - doch für die heimische Putenwirtschaft liest es sich wie eine Drohung: Das Eckpunktepapier des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) zu der geplanten Aufnahme von Puten-Haltungsstandards in die Nutztierhaltungsverordnung hat die Betriebe aufgeschreckt. Warum? Weil die Branche bereits seit mehr als 10 Jahren freiwillig nach Standards produziert, die in Europa zu den höchsten zählen: den sogenannten "Bundeseinheitlichen Eckwerten" .

Wir sind dann einfach nicht mehr wettbewerbsfähig!

Bettina Gräfin von Spee, Putenmästerin

Zusätzlich sind die Anforderungen der privatwirtschaftlichen Initiative Tierwohl (ITW) nochmals höher. Die deutschen Putenmäster stehen zu diesen Tierwohl-Standards - aber sie bedeuten schon jetzt massive Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Produzenten. Werden die Anforderungen des BMEL - ohne jede wissenschaftliche oder praktische Grundlage - eins zu eins umgesetzt, drohen unseren Betrieben pro Mastdurchgang horrende Verluste, die kein Unternehmen lange durchhalten kann.