Putenhaltung
Putenmästerin zu geplanten gesetzlichen Haltungsvorgaben: "Dann müssen wir unsere Tore schließen!"
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Bettina Gräfin von Spee hat vor vielen Jahren ihren Betrieb auf die "Bundeseinheitlichen Eckwerte" umgestellt. Das war aufwändig, aber es hat sich gelohnt - für Mensch und Tier. Im Video berichtet sie, warum noch höhere Standards auch für ihren Betrieb früher oder später das Aus bedeuten würden.
Hintergrund: Offiziell soll es lediglich eine "Diskussionsgrundlage" sein - doch für die heimische Putenwirtschaft liest es sich wie eine Drohung: Das Eckpunktepapier des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) zu der geplanten Aufnahme von Puten-Haltungsstandards in die Nutztierhaltungsverordnung hat die Betriebe aufgeschreckt. Warum? Weil die Branche bereits seit mehr als 10 Jahren freiwillig nach Standards produziert, die in Europa zu den höchsten zählen: den sogenannten "Bundeseinheitlichen Eckwerten" .
Wir sind dann einfach nicht mehr wettbewerbsfähig!
Zusätzlich sind die Anforderungen der privatwirtschaftlichen Initiative Tierwohl (ITW) nochmals höher. Die deutschen Putenmäster stehen zu diesen Tierwohl-Standards - aber sie bedeuten schon jetzt massive Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Produzenten. Werden die Anforderungen des BMEL - ohne jede wissenschaftliche oder praktische Grundlage - eins zu eins umgesetzt, drohen unseren Betrieben pro Mastdurchgang horrende Verluste, die kein Unternehmen lange durchhalten kann.