Herkunftskennzeichnung
5 Gründe für eine Herkunftskennzeichnung in Gastronomie & Großhandel
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Die Aufforderung „Herkunftszensur beenden!“ kommt zur rechten Zeit, da der neue Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) und sein Ministerium das Vorhaben auf die lange Bank schieben wollen. Eine Herkunftskennzeichnung gibt Sicherheit zu Qualität und Standards des konsumierten Geflügelfleischs – was gerade in Gastronomie und Großhandel wichtig ist, wo Verbraucher nicht wie im Supermarkt direkt entscheiden, sondern den Einkauf sozusagen Dritten überlassen.
Die verbindliche Kennzeichnung legt Lieferketten offen und versetzt Verbraucher in die Lage, sich bewusst für heimische Qualität und entsprechend hohe Standards zu entscheiden.
Hier kurz und knapp zusammengefasst: 5 wichtigsten Gründe für eine umfassende Herkunftskennzeichnung in Gastronomie UND Großhandel
Grund 1: Bringt mehr Tierwohl auf den Teller
In der Gastronomie liegt enormes Potenzial, um flächendeckend mehr Tierwohl zu realisieren. Mehr als die Hälfte des Geflügelfleischs hierzulande werden über Restaurants, Caterer, Kantinen und sonstige Großverbraucher konsumiert. Eine verbindliche Kennzeichnung schiebt der immer stärker um sich greifenden Praxis einen Riegel vor, verstärkt Ware aus dem Ausland mit nicht existenten oder sehr niedrigen Tierwohl-, Klimaschutz- und Qualitätsstandards einzusetzen. Denn bei Transparenz werden sich Gäste zu einem übergroßen Teil für Qualität von hier entscheiden - das legen Umfragen und Erfahrungen aus anderen Ländern nahe.
„Wenn der Markt seinen Beitrag für mehr Tierwohl und mehr Klimaschutz in der Nutztierhaltung leisten soll, dann muss der Verbraucher die Herkunft erkennen und entsprechend wählen können", so Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).
Eine deutliche Mehrheit - nämlich fast 80 Prozent der Verbraucher - spricht sich für die Angabe des Herkunftslands von Geflügelfleisch auch auf Speisekarten in Restaurants und Kantinen aus. Das ist der höchste Zustimmungswert, den der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) bei seinen regelmäßigen Umfragen seit dem Jahr 2017 ermittelt hat. Es wird dringend Zeit, diesem Verbraucherwunsch nach mehr Transparenz auf der Speisekarte endlich nachzukommen.
Grund 3: Fördert die regionale Wirtschaft
Nur wenn die Herkunft der Fleischprodukte auch in der Gastronomie und im Großhandel klar kennzeichnet ist, können sich Gäste bewusst für heimische Lebensmittel entscheiden. Mit der Kennzeichnung wird die Nachfrage nach heimisch erzeugtem Fleisch sicher steigen. Diese Wertschätzung wird zur Wertschöpfung in den Regionen. Anders ausgedrückt: Eine verbindliche Herkunftskennzeichnung in Gastronomie und Großhandel ist damit ein zentraler Baustein, den Fleischerzeugungsstandort Deutschland zu stärken.
Grund 4: Sichert die Existenz von heimischen Landwirten
Die Einführung einer „umfassenden Herkunftskennzeichnung", wie es der aktuelle Koalitionsvertrag vorsieht, wird dem Geflügelfleischstandort Deutschland einen Schub nach vorne bringen - und damit das Einkommen und die Zukunftsperspektiven der vielen Tierhalter im Lande sichern. Das Beispiel Frankreich zeigt, dass ein nationaler Vorstoß sehr wohl möglich ist. Die französische Regierung führt ab März 2022 eine Herkunftskennzeichnung für Fleisch für alle Restaurants, Betriebs- und Schulkantinen im Land ein. Der Kniff unserer Nachbarn, damit der Alleingang EU-kompatibel bleibt: Sie setzen die Kennzeichnung zunächst als befristetes Projekt um.
Seit Längerem zeichnet sich auch in der Gastronomie eine hohe Zustimmung für eine einheitliche, verpflichtende Herkunftskennzeichnung ab, - weil auch Gastronomen, Kantinenbetreiber und Hoteliers das wachsende Bedürfnis ihrer Gäste nach mehr Nachhaltigkeit wahrnehmen. Nur wenn die Herkunft der Produkte klar gekennzeichnet ist, können sich Gäste bewusst für ein Angebot mit mehr heimischen Lebensmitteln mit höchsten Qualitätsstandards entscheiden.
Ein Großteil von ihnen ist bereit, dafür auch mehr zu bezahlen.